App für interventionelle Radiologie – Startup Interview mit Dr. med. Mareike Franke

Die App „Vascular and Interventional Abbreviations“ (VIA) von Dr. Mareike Franke

Im Rahmen meiner Famulatur im MVZ für Radiologie und Nuklearmedizin der Klinik Dr. Hancken in Stade habe ich Dr. Mareike Franke kennengelernt. Sie ist Oberärztin für interventionelle Radiologie und hat nebenbei ein Startup gegründet. Ihre Firma ist die 53N Studios UG und entwickelt Apps für interventionelle Spezialisten. Das sind unter anderem Radiologen, die Gefäßkrankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt behandeln, aber es gibt auch Überschneidungen mit anderen Fachrichtungen wie der Kardiologie, Gefäßchirurgie und Angiologie. Dr. Frankes erste App heißt „Vascular and Interventional Abbreviations“ und stellt ein Abkürzungsverzeichnis dar. Aber wofür braucht man das denn?

Kryptische Abkürzungen sind Alltag auf Radiologie-Kongressen

Das kann man am besten mit einer Gegenfrage beantworten: Was heißen eigentlich BADDASS und POBA?

Das kann einem schon mal durch den Kopf gehen, wenn man auf einem Kongress für interventionelle Radiologie ist. Hinter diesen kryptischen Abkürzungen verbergen sich lange Bezeichnungen für medizinische Eingriffe. So steht zum Beispiel BADDASS für „BAlloon guide with large bore Distal access catheter with Dual Aspiration with Stent-retriever as Standard Approach“ (versucht mal, das 3 Mal schnell hintereinander zu sagen) – ein Verfahren aus dem Bereich Schlaganfalltherapie. POBA beschreibt hingegen die „Plain old balloon angioplasty“, also ein Standardverfahren zur Therapie bei verschlossenen Blutgefäßen.

Das Problem: die Abkürzungen sind so viele, dass häufig das Verständnis des Publikums darunter leidet. Schnell mal zu googeln, hilft häufig auch nicht: die Abkürzungen sind sehr speziell und oftmals kommen Ergebnisse, die nichts mit Radiologe zu tun haben. Dagegen schafft die App VIA Abhilfe! In Sekundenbruchteilen wird die Bedeutung der Abkürzungen angezeigt. Wenn eine Abkürzung mal nicht im System bekannt ist, trägt die Ärztin die Bedeutung nachträglich ein. Die App „lernt mit“.

Welche Zukunft hat die Radiologie in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, oder auch: müssen sich Radiologen Sorgen um ihren Arbeitsplatz machnen?

Außerdem erzählt die Radiologin, was sie an der Radiologie, und besonders der interventionellen Radiologie, so faszinierend findet. Den Blick in die Glaskugel haben wir dann versucht zu werfen, als es um das Thema Künstliche Intelligenz in der Radiologie ging. Dr. Franke ist sich sicher, dass es immer Radiologen geben wird, wenngleich sich das Tätigkeitsfeld möglicherweise stark verändern wird. Algorithmen, die durch die Technik „Machine learning“ gelernt haben, anhand subtiler Bildunterschiede diffizile Diagnosen zu stellen, werden an Bedeutung zunehmen. Gleichzeitig weist Mareike Franke darauf hin: die Qualitätsansprüche, die die Gesellschaft an diese Algorithmen stellt, sind enorm. Dies sei nicht zu vergleichen mit KI-Apps, die wir auch heutzutage schon von unseren Handys kennen, beispielsweise um Pflanzen zu identifizieren.

Wer sich für dieses Thema interessiert, kann sich gerne auch folgenden Artikel durchlesen, den wir zu diesem Thema bereits veröffentlicht haben:

Das komplette Interview auf YouTube

Über ihre Erfahrungen als Startup-Gründerin, ihre Leidenschaft für die interventionelle Radiologie und ihre Sicht auf die Zukunft der Radiologie erzählt Dr. Franke im Interview auf YouTube:

Download-Links zu VIA:

Lade dir die kostenlose VIA App hier herunter:

Für Android: https://play.google.com/store/apps/de…

Für iOS: https://apps.apple.com/app/id1493134483

Feedback!

Dies ist das erste Interview, was ich über Zoom führen durfte. Für mich war es eine sehr spannende und lohnende Erfahrung und ich hoffe, dass ihr dem Video etwas entnehmen konntet. Gleichzeitig freue ich mich natürlich über konstruktives Feedback, um meine Qualität weiter zu verbessern! Gerne per Kommentar oder Mail an simon@medizin-von-morgen.de

Simon Rösel

Simon studiert Medizin in Göttingen und interessiert sich besonders für Innere Medizin, Bildgebung und Digital Health. E-Mail: simon@medizin-von-morgen.de

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3 Gedanken zu “App für interventionelle Radiologie – Startup Interview mit Dr. med. Mareike Franke

  1. Gut zu wissen, dass Algorithmen, die durch die Technik „Machine learning“ gelernt haben, anhand subtiler Bildunterschiede diffizile Diagnosen zu stellen, im Bereich der Radiologie an Bedeutung zunehmen. Mein Neffe möchte sich im Bereich der Radiologie ausbilden lassen. Er würde sich freuen, auch mit modernen Machine Learning-Algorithmen im Rahmen seiner Tätigkeit als Radiologe zu arbeiten.

  2. Ich möchte bei einem Bauunternehmen für radiologische Arztpraxen anfangen. Jedoch habe ich kaum Wissen über den Bereich. Gut zu wissen, dass Radiologen auch Gefäßkrankheiten wie einen Schlaganfall oder Herzinfarkt behandeln.

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