Die Entfremdung zwischen Stadt und Land

Die Entfremdung zwischen Stadt und Land
Was ist beim Stadtmenschen vom Homo sapiens noch übrig geblieben? Wieso zieht es immer mehr Menschen in die Metropolen und verpassen wir vielleicht etwas, was in der Stadt nicht vorrätig ist? Eine umfassende Analyse

Zunächst interessiert mich, was die Menschen zurzeit in die urbanen Gebiete zieht und ob dies freiwillig geschieht. Wenn man recherchiert, erkennt man, dass diese heutige Bewegung kein modernes Phänomen ist, sondern es schon immer einen regen Austausch der Populationen zwischen Land und Stadt gab. Fast immer geschah dies aus politischen oder revolutionären Beweggründen.

Landflucht

Der heute verwendete Begriff „Landflucht“ kommt ursprünglich aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Zum Jahre 1800 lebten im Gebiet des heutigen Deutschlands noch 75 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Das 19. Jahrhundert hatte technologisch sehr viele Neuheiten wie die Elektrizität und den Maschinenbau hervorgebracht. Von diesen Neuheiten wurde die Wirtschaft in zunehmendem Maße abhängig. Die westlichen Regionen waren damals technologisch und infrastrukturell entwickelter, weswegen in den 1850er Jahren ein Umschwung in der Verteilung geschah, die sogenannte „Ostflucht“. In den 1870er Jahren war der ländliche Bevölkerungsanteil dann auf 64 Prozent geschrumpft. 1907 waren es nur noch 33 Prozent.

Stadtflucht

Im Gegensatz zur Landflucht zog es die Menschen jedoch auch wieder auf das Land. Der „Kartoffelkrieg“ von 1923 in Overath ist ein gutes Beispiel. Zu dieser Zeit war die wirtschaftliche Lage des Deutschen Reiches sehr schlecht. Durch den Ersten Weltkrieg hatte der Staat viele Schulden und Staatsanleihen konnten nicht zurückgekauft werden. Die Lebensmittel in der Stadt waren teuer und vor allem rar. Als sich dann durch nasses Wetter die Kartoffelernte verzögerte, kam es zu einem massiven Aufstand. Zunächst zogen die Menschen auf, um auf dem Land direkt mit den Bauern Geschäfte zu machen. Als sich jedoch der Andrang verstärkte und die Verfügbarkeit abnahm, fingen die Stadtmenschen an, die Bauern dazu zu zwingen, ihnen die Kartoffeln zu verkaufen. Zum Schluss wurden Bauernhöfe nur noch geplündert. Es fuhren sogar Eisenbahnen, um die Städter von Köln auf das Land zu fahren. Die Polizei war gegen dieses Menschenheer machtlos und die Besatzer wollten nicht helfen. Über mehrere Jahre herrschte ein angespanntes Verhältnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung.

Gemeinsamkeiten

Der Grund, warum es bisher mehr Landflucht als Stadtflucht gab, ist, dass es seit der Zeit der industriellen Revolution einen stetigen Zuwachs in der Stadtbevölkerung im Verhältnis zur Landbevölkerung gibt und zeitgleich die Zahl der Gesamtbevölkerung ebenso kein Ende sieht. Aus den obigen Beispielen lässt sich aber sehr schön ableiten, warum Menschen ihren (Heimat-)Ort verlassen: Weil sie existenziell bedroht sind. Kurz zusammengefasst: Wenn die Menschen auf dem Land keine Arbeit finden, ziehen sie in die Stadt und wenn es selbst in der Stadt keine Arbeitsmöglichkeiten gibt, ziehen die Menschen wieder aufs Land.

Die Ostflucht von vor 170 Jahren ist mit der heutigen sehr identisch. Der Osten ist durch seine Vergangenheit immer noch unterentwickelter als der Westen, das Lohnniveau wie damals entsprechend niedriger. Aber wie lösen wir dieses Problem? Indem wir den Osten aufrüsten? Mehr dazu hier.

Städtische Evolution

Die Stadt hat für uns viele Vorteile: Kurze Wege, gute Einkaufsmöglichkeiten, viele Jobs, viele Menschen? Ich finde, dass sich diese Vorteile zunehmend zu einem Nachteil entwickelt haben, an dem wir und unsere Welt zunehmend kaputt gehen. So habe ich das Gefühl, dass viele Menschen ihre Geduld verloren haben. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, merke ich, dass es Viele überhaupt nicht ertragen können, wenn es ruhig ist. Der eine muss immer den Fernseher laufen haben, der andere schaut ständig auf sein Smartphone und manch einer kann nicht auf sein Auto verzichten, obwohl er auch öffentliche Verkehrsmittel benutzen könnte.

Menschen sind hauptsächlich in die Städte gekommen, um zu arbeiten, damit sie ihre Existenz in diesem kapitalistischen System sichern konnten. Dass die Menschen damit glücklich waren, ihre Heimat aufzugeben, um sich in dicht besiedelten Gebieten mit unüberschaubaren Mengen an unbekannten Menschen niederzulassen, ist nämlich eine andere Frage.

Macht moderne Zivilisation faul?

Dafür brauchen wir erstmal eine Definition für „faul“. Denn wenn wir uns den Arbeitsmarkt anschauen, scheinen wir durchaus fleißige Leute zu sein. Allerdings ist der Job nunmal eine existenzielle Beschäftigung, ohne die es sich für die Meisten nicht leben lässt. Wenn man sich die top Freizeitbeschäftigungen der Deutschen anschaut, zeigt sich nämlich unser wahres Gesicht:

Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass jeder etwas für sich wertvolles machen und erschaffen kann und es mit Herzblut verfolgen wird, wenn es ihn wirklich interessiert. Wenn es aus der Seele kommt, dann ist es keine Arbeit und geht frei von der Hand. Daher ist für mich der Begriff „faul“ so zu verstehen: Faul ist derjenige, der seine Potenziale nicht entfalten und in Taten umsetzen kann, weil er sie nicht kennt bzw. verleugnen muss, weil er in einer unterwürfigen, von Unterdrückung geprägten Gesellschaftsstruktur lebt, die diese bestraft oder davon durch verpflichtende Ersatzarbeit ablenkt.

Wer einen Großteil seiner Zeit damit beschäftigt ist, für die Interessen Anderer zu arbeiten, wird früher oder später daran kaputt gehen. Damit wir in so einem Arbeitssystem überhaupt überleben können, müssen wir unsere eigenen Bedürfnisse zurückschrauben und verdrängen, da wir uns sonst immer wieder fragen würden, warum wir diese oder jene Arbeit überhaupt machen und was sie unserer Entwicklung bringt. Deswegen benutzen so viele Menschen Bildschirmmedien: Sie dienen einzig und allein der Ablenkung von sich selbst, als Schutz. Die Stadt ist auch eine wunderbare Ablenkung an sich, da sie eine Vielzahl an Ablenkungsmöglichkeiten bietet, perfekt an die Ersatzbedürfnisse angepasst. Hinzu kommt noch der Lärm und die tägliche Unruhe, der man sich jeden Tag aussetzt. Für mich ist das Leben in der modernen Zivilisation daher als ein in sich geschlossener Teufelskreislauf zu sehen: Wir haben Arbeit und empfinden damit keine Befriedigung und anschließend kaufen wir mit dem verdienten Geld einen Ersatz in Form von Konsumgütern oder lenken uns ab. Wer dann einen Bereich in seinem Leben entwickelt, der ihn zutiefst glücklich macht, wird den Geldjob zunehmend als Last empfinden.

Da moderne Zivilisation fast immer mit einem pervertierten, unterdrückenden System einhergeht, würde ich die Frage mit „ja“ beantworten.

Der Mensch braucht Natur

Die Natur und ihre Schönheit ist ein wichtiges Gut für uns und erinnert uns, wo wir eigentlich herkommen. Sie hat eine ungemein heilende Wirkung auf unseren Geist. Wenn man im Wald spazieren geht, fängt man an, über sein Leben nachzudenken. Ich glaube, dass viele Menschen, die kaum in der Natur sind, Angst haben, beispielsweise im Wald spazieren zu gehen. Am besten ohne Handy und ganz allein.

Das Ausmaß unserer Entfremdung

Um zu sehen, wie weit wir uns schon von unserer Natur und unserem natürlichen, sozialen Charakter entfremdet haben, müssen wir nur einmal ganz genau hinschauen und von Grund auf hinterfragen. Wir sehen, dass wir uns zunehmend selbst der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung entmündigt haben. Durch das Medium „Geld“ wird jegliche Dienstleistung nicht aufgrund von Sinnhaftigkeit ausgeführt, sondern aufgrund genug zahlungskräftiger Kunden. Menschen sind zu Kunden geworden und der Kunde ist König. Das führte dazu, dass alles zu einem sauberen Interface verkommen ist, und das mittlerweile sogar nicht mehr im übertragenen Sinne.

Die Bestellcomputer im Fastfood-Restaurant, die SB-„Bäckerstube“ beim Discounter oder das Fleisch das nur noch in Verpackungen mit bunt bemalten Bauernhöfen zu kaufen ist, als wäre es ein Kinderbuch. Die Hersteller geben Milliardenbudgets aus, um ihre Industrieprodukte als „Natur“ zu verkaufen. Unser zynisches Weltbild lässt sich anscheinend nur durch Lüge ertragen. Die Gutgläubigkeit des Konsumenten kennt keine Grenzen und will auch keine.

Diese entscheidenen Fragen müssen wir uns stellen: Würden wir das Steak noch kaufen, wenn wir die Kuh persönlich gesehen hätten? Würden wir unsere Kleidung noch kaufen, wenn wir die riesigen Chemieabfall-Rohre sähen, die einfach in die Flüsse geleitet werden? Könnten wir noch beruhigt schlafen, wenn wir die Sklavenarbeiter in China persönlich kennten?

Wir denken gar nicht mehr darüber nach, wie unser Konsum zustandekommt. Solange etwas im Supermarktregal steht, wird es auch gekauft. Wir haben keine Lust oder keine Zeit, uns über die Produktionsbedingungen zu informieren. Wann auch? Wir sind sowieso chronisch geistig dicht. Unsere täglichen Handlungen werden nur noch über das Geld bestimmt. Wir müssen uns die Frage stellen: Würde ich den Job, wie ich ihn jetzt mache, auch freiwillig machen, wenn ich dafür eine kostenlose Unterkunft und genug zu Essen bekäme? Würde ich mit dem gleichen Antrieb jeden Morgen aufstehen?

Nun klingt es so, als ob es hier um zwei sich überschneidende Themen ginge: Zum einen die Landflucht, zum anderen der übermäßige Konsum als Verdrängungsmechanismus. Natürlich ist ein Auto auf dem Land von Nöten, weil die Infrastruktur von öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht ist. Ich glaube aber, dass es sich hierbei um aufeinander aufbauende Themen handelt, weil die Anonymität und die heutige evolutionäre Sinnlosigkeit der Stadt erst zu einem Überkonsum führt, der wiederum den Städtebau weiter vorantreibt. Um zurück zur Natur zu finden, müssen wir dieses Kreislauf durchbrechen. Entweder, wir kündigen unseren sinnlosen Job, um nicht mehr konsumieren zu können, oder wir hören auf mit dem Konsum und der Job wird zunehmend zur Qual, was dann auf das Gleiche hinausläuft. Schlussendlich kann man stattdessen auch „Entfremdung zwischen Zivilisation und Natur“ sagen.

 

 


Quellen:

Landflucht

Bevölkerungsentwicklung

Kartoffelkrieg

Freizeitaktivitäten der Deutschen

Selfie Factory – Warum?

Selfie Factory – Warum?
Ehrlich gesagt hat es mich überhaupt nicht überrascht, als ich heute morgen einen Artikel über sogenannte „Selfie Factories“ gelesen habe.

Selfie Factories sind anscheinend der neueste Trend unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen und werden zurzeit zuhauf auf der ganzen Welt eröffnet, jedenfalls in den westlich orientierten Ländern. Das Geschäftsmodell ist recht simpel: Der Inhaber stellt verschiedene Räume zur Verfügung, die naja, sagen wir mal „jung und modern“ dekoriert sind, von bunten Möbeln bis zum Bällebad ist alles dabei. Die Dekoration wirkt ein bisschen hipstermäßig bzw. sehr ausgefallen. Der Zweck dieser Räume ist, wer hätte das gedacht, um Selfies von sich zu machen. Man soll sich hier in Szene setzen können, um das „perfekte“ Foto von sich zu schießen, das man dann anschließend auf Portalen wie Instagram seinen Freunden präsentieren kann.

Warum?

Ich finde es ja interessant, dass es anscheinend so viele Menschen gibt, die sich so gerne fotografieren, dass sie sogar extra Geld bezahlen, um im  „perfekten“ Hintergrund zu posieren. Ich frage mich generell, was die Leute so interessant daran finden, ständig von sich selbst Fotos zu machen, die noch nicht mal natürlich sind, sondern total aufgesetzt und möglichst so, dass man „perfekt“ aussieht. Denken die dann, dass sich Leute im Netz die Bilder anschauen und denken: „Oh, der sieht aber perfekt aus“ oder „Der ist bestimmt total cool“?

Kritik

Ich finde, dass diese präsentierte „Fake-Welt“ in den sozialen Medien zur Epidemie geworden ist. Es scheint mir immer mehr der Eindruck, es ginge nicht darum, einfach Fotos von sich zu machen, sondern der Außenwelt mitzuteilen, dass man ja „so glücklich“ sei oder etwas Besseres sei als die Anderen. Man lullt sich in den Mantel des Seins, des Posierenden, der ja „soo“ toll ist, aber ich glaube, dass das nur ein verzweifelter Versuch ist, dazuzugehören, weil man sich innerlich eigentlich leer fühlt und versucht, das zu kompensieren. Es macht zudem abhängig von den Meinungen Anderer. Dies ist auch wohl der Grund für dieses Massenphänomen.

Muskelzucken am Auge – Gründe

Muskelzucken am Auge – Gründe
Die meisten haben es schon einmal gehabt: Im Gesicht, an den Armen oder an der Brust: Ohne Vorwarnung beginnen die Muskeln, sich hin und her zu bewegen. Warum macht der Körper das?

Fast jede Person, die ich darauf ansprach, konnte mir ihre persönliche Geschichte dazu erzählen. Es scheint also ein nicht ganz unweit verbreitetes Problem zu sein. Meistens treten die Symptome nur sporadisch auf, bei manchen aber auch häufiger und in jedem Falle unangenehm. Der Fachbegriff nennt sich Faszikulation. Ein bekannterer Begriff ist Tremor, mit diesem Begriff ist aber das Zucken in einem bestimmten Rhythmus gemeint und eher chronisch ausgeprägt. Auch hat diese Art des Muskelzuckens eher psychosomatische Ursachen. Die Ursachen dieses Tremors sind tatsächlich noch recht unerforscht, allerdings geht man zur Zeit von Vererbung aus. Über die hier geschilderten Lösungsansätze lässt sich aber erahnen, um welche Art es sich handelt.

Hintergründe

Das Zucken in Gesicht und Armen ist ein großes Indiz dafür, dass es sich um einen Magnesiummangel handelt. Magnesium ist ein wichtiges Mineral, welches der Körper zum Überleben braucht. Es ist fester Bestandteil der Knochenmasse und Muskeln benötigen es für eine zuverlässige Reizweiterleitung, welche bei einem Mangel gestört ist. Wenn man zeitgleich ein Problem mit Muskelkrämpfen hat, ist ein Mangel überaus wahrscheinlich. Magnesium befindet besonders in Getreide und Nüssen, aber auch in Gemüse (ungekocht) und Hülsenfrüchten ist es vorzufinden. Alternativ lassen sich auch Präparate einnehmen. Wer auf Nummer sicher geht, macht ein „Großes Blutbild“ beim Arzt.

Ergänzend zur Magnesiumeinnnahme kann körperliche Aktivität dazu beitragen, die Muskeln besser zu durchbluten und somit eine gesteigerte Grundaktivität der Zellen zu gewährleisten. Das wirkt sich besonders positiv auf den Stoffwechsel aus und somit auch auf die Aufnahme des Magnesiums. Yoga ist dafür prädestiniert, da es eine sehr muskel- und dehnungsorientierte Sportart ist. Durch die erhöhtere körperliche Aktivität ist auch eine erhöhte Magnesiumdosis erforderlich!

Da Magnesium eine Base ist, kann ein Mangel ebenso Symptom einer zu säurehaltigen Ernährung sein! Siehe hier: Warum wir uns basischer ernähren sollten

Eine weitere häufige, nicht zu unterschätzende Ursache ist: Stress! Er hat weitreichende psychosomatische Folgen und beeinträchtigt unser gesamtes Nervensystem. Ob im Beruf oder Alltag: Ständig haben wir das Gefühl, von anderen gelenkt zu werden und unsere wahren Bedürfnisse werden immer mehr nach hinten gedrängt. Der Körper hat unzählige Mechanismen, uns seinen Zustand mitzuteilen und dies ist einer davon. Um sicherzugehen, sollte man sich vornehmen, bewusst nichts zu tun, am besten in Verbindung mit ein paar Urlaubstagen. Ruhe hat (wie beim Schlafen) eine ausgesprochen heilende Wirkung auf uns. In dieser (auch geistigen Ruhe) kann der Körper anfangen, sich zu regenerieren, da seine Ressourcen nicht ständig gebraucht werden. Danach ist man nebenbei auch wieder umso leistungsfähiger! Es sind also nicht die einzigen guten Gründe dafür.

Wenn ganze Gliedmaßen zittern, ist ein psychischer Tremor eher wahrscheinlich und sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Ungeeignete Lösungsansätze

Leider gibt es unter den bekannten Behandlungsmethoden auch „Overkills“, beziehungsweise Methoden, die für das Herantasten an das Problem ein zu hohes Nebenwirkungsrisiko bilden. Darunter zählen:

  • Botox
  • Antikonvulsiva
  • Betablocker

Botox ist ein Nervengift und daher vollends ungeeignet, in jedem Fall! Antikonvulsiva sind Medikamente gegen Epilepsie und Betablocker gegen Bluthochdruck! Man sollte sich nicht vorschnell von seinem Arzt so etwas verschreiben lassen, womöglich nur damit er seine Ruhe hat. Diese Medikamente bekämpfen das Problem und nicht die Ursache!

Im Endeffekt sei noch gesagt, dass der Körper sehr umfang- und facettenreich ist, was seine Nachrichten nach Außen angeht. So können auch bewusste Schädigungen wie Rauchen oder Alkohol dazu beitragen. Generell sollte man sich mit seiner Gesundheit auseinandersetzen und anfangen, auf seine Signale zu hören. Alles hat seine Ursachen.


Quellen:

Magnesium und Muskeln

Tremor

Psychogener Tremor

Folgen des Rauchens

Warum wir uns basischer ernähren sollten

Warum wir uns basischer ernähren sollten
Zitronen, davon gehen viele aus, sind sauer. Und das ist richtig, trotzdem sind Produkte wie Fleisch und Brot im Endeffekt aber saurer, auch wenn man das nicht erwarten würde.

Man lässt sich leicht vom Geschmack von Lebensmitteln täuschen, wenn es um ihren Säuregehalt geht. Die Meisten vergessen nämlich, dass die Nahrung erst verstoffwechselt wird, bevor sie in die Blutbahn gelangt. Aber ganz von vorne.

Wieso ist Säure schlecht?

Säuren sind – genauso wie Basen (also das Gegenteil) – nicht gut für den Körper, da der Körper von Natur aus ein neutraler Organismus ist. Sein ph-Wert beträgt 7,4, wenn er gesund ist. Der ph-Wert gibt die Konzentration von Wasserstoffionen an, wobei Säuren einen hohen Anteil und Basen einen niedrigen Anteil besitzen. Wenn eine ionenüberschüssige Flüssigkeit mit einer mangelnden vermischt wird, kommt es – je nach Potenzialunterschied – zu einem mehr oder minder starken Ausgleich. Dabei emulgieren beide Flüssigkeiten zu einer und verändern dabei ihre molekulare Struktur – sprich es ätzt!

Die menschlichen Zellen brauchen einen bestimmten „Betriebs“-ph-Wert, um richtig zu funktionieren, bei zu starken Abweichungen werden sie geschädigt. Wenn die verstoffwechselte Nahrung ätzend in die Blutbahn gelangt, gehen die Zellen daran kaputt. Logischerweise bedeutet das, dass der Körper etwas dagegen tun muss, und dies macht er, indem er basische Ressourcen – wie zum Beispiel Kalzium aus den Knochen – abbaut, um damit die angreifende Säure zu neutralisieren. Andere Neutralisierungsmethoden sind die Ausscheidung der Säuren über die Niere und die Atemregulation, also die Regulation des CO²-Ausstoßes. Dies sind natürliche Abwehrreaktionen.

Was ist „sauer“?

Für den Körper ist das sauer, was durch die Verdauung gewonnen wird. Zitronensäure beispielsweise wird über den Lungenapparat neutralisiert, da die Überbleibsel der Verstoffwechselung lediglich Wasser und Kohlenstoffdioxid sind. Das CO² wird einfach ausgeatmet. Fleisch oder Getreide hingehen sind begehrtes Ziel von säureproduzierenden Bakterien, da diese Lebensmittel bereits „tot“ sind und sich nicht beispielsweise durch Enzyme wehren können. So hinterlassen diese Lebensmittel saure Rückstände im Körper, die entweder neutralisiert oder abgetragen werden müssen. In beiden Fällen ist es ein energieraubender Prozess, der viele Krankheiten zur Folge haben oder begünstigen kann:

  • Gicht
  • Harnröhrenentzündung
  • Osteoporose
  • Schlappheit / Energielosigkeit
  • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • Krebs
Basische Ernährung

Eine basische Ernährung kann nur durch einen großen Rohkostteil erreicht werden. Ein hoher Anteil an ungekochten, frischen Früchten und Pflanzen sind schon immer der Grundpfeiler der menschlichen Ernährung gewesen. Nur sie enthalten die wichtigen Enzyme und Mineralstoffe, die für einen gesunden Organismus wichtig sind und mit denen er arbeiten kann. Vor allem Kalzium, Natrium, Kalium und Magnesium sind wichtige Basenlieferanten.

Keinesfalls soll das ein Abdanken zum Stück Kuchen sein. Allerdings wäre (gerade in der modernen Zivilisation) ein bisschen mehr Verantwortung dem eigenen Körper entgegenzubringen, nicht die schlechteste Idee.


Quellen:

Zitronen und Übersäuerung

Folgen von Übersäuerung

ph-Werte im Körper

Wie gefährlich ist ein Vitamin-D-Mangel?

Wie gefährlich ist ein Vitamin-D-Mangel?
Immer wieder hört man, mehr als die Hälfte aller Deutschen leide unter einem Vitamin-D-Mangel. Warum ist dies so und warum ist ein Defizit doch so gefährlich?

Vitamin D ist ein sogenanntes fettlösliches Vitamin, welches – im Gegensatz zu den meisten anderen Vitaminen – fast ausschließlich selbst vom Körper produziert wird. Genau genommen handelt es sich um ein Hormon.

Warum ist Vitamin D so wichtig?

Vitamin D hat Einfluss auf den gesamten Körper. Viele unterschiedliche Prozesse werden durch dieses Hormon geregelt. Dies unterscheidet es von anderen Vitaminen.

Auf folgende Teile des Körpers hat Vitamin D unter Anderem Einfluss:

  • Erbgut
  • Nervenbahnen
  • Immunsystem
  • Kreislauf
  • Stoffwechsel
  • Jede Zelle ist auf Vitamin D angewiesen, um richtig zu funktionieren
Welche Symptome können beim Mangel auftreten?

Eines der häufigsten Symptome ist häufiges Krankwerden beziehungsweise ein volatiles Immunsystem.

Andere Symptome sind:

  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Schlechte Stimmung
  • Kopfschmerzen
  • Haarausfall
  • Erkrankung der Atemwege

So werden auch Depressionen oft mit einem Mangel verwechselt, da die Symptome sehr ähnlich sein können.

Wie erhält der Körper Vitamin D?

Ein Auftreten dieser Symptome im Herbst und Winter ist ein häufiger Indikator, da die Hauptaufnahmequelle die eigene Haut ist, welche durch die UV-Strahlung überhaupt erst fähig ist, Vitamin D zu produzieren. Durch die geringe Sonneneinstrahlung im Winter ist ein Mangel nicht nur wahrscheinlich, sondern unvermeidbar. Vitamin D wird in Fett- und Muskelgewebe, sowie in der Leber gespeichert. Dieser Speicher ist jedoch schon nach mehreren Wochen aufgebraucht. Eine durchgängige Versorgung ist aufgrund der geographischen Lage in Deutschland nicht möglich.

Vitamin-D ist zwar auch in Nahrung vorhanden, jedoch ist der Anteil sehr gering. Beispiele für Vitamin-D-haltige Lebensmittel sind:

  • Nüsse
  • Pilze
  • Fleisch
  • Fisch
  • Milchprodukte
  • Eier
Wie wird der Körper durch Mangel geschädigt?

Folgende Krankheiten werden mit einem Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht:

  • Krebs
  • Asthma
  • Depressionen
  • Demenz im Alter
  • (Herz-)Kreislauf-Probleme

Vitamin D ist maßgeblich an der Produktion von Serotonin und Dopamin beteiligt, weswegen ein Mangel oft für die sogenannte „Winterdepression“ verantwortlich gemacht wird. Auch besteht die Gefahr, Demenz im Alter zu bekommen, da Vitamin D eine wichtige Ressource für Synapsen im Gehirn ist. Kinder sind besonders betroffen, da sie sich noch in der Entwicklung befinden.

Geeignete Behandlungsmethoden
  • Sich häufig draußen aufhalten
  • Vitamin-D-haltige Lebensmittel zu sich nehmen
  • Präparate einnehmen
Ungeeignete Behandlungsmethoden
  • Solarium
  • (Tageslicht-)Lampen

Solarien sind ungeeignet, da sie nur UVA-Strahlung emittieren. Für die Produktion von Vitamin-D ist die natürliche UVB-Strahlung Vorraussetzung. Tageslichtlampen helfen nur psychosomatisch, da sie ebenso keine UVB-Strahlung abgeben. Einen Einfluss auf den Biorhythmus haben sie dennoch.

Wie viele andere Mängel ist auch dieser ein Symptom der modernen Zivilisation. Neben der Arbeit im Büro ist gerade in der Stadt das „Zuhause-Rumhängen“ weit verbreitet, welches über die Jahrzehnte bereits einen epidemischen Charakter angenommen hat.


Quellen:

Studie zum Vitamin-D-Mangel in Europa

Studie zum Verdacht auf Zivilisationskrankheiten

Studie zum Verdacht auf Alzheimer

Studie zum Verdacht auf Atemwegserkrankung

Wissenschaftliches Blatt zu Vitamin-D